Kurz nach Beginn der neuen Saison verleiht das unabhängige Bündnis ProFans der Fanszene des SC Freiburg den Negativpreis „SAM“ für die Rückrunde der Saison 2015/16. Insgesamt erwischten die Freiburg-Fans die schlechtesten Anstoßzeiten der ersten drei Ligen.

Die Abkürzung SAM steht für „SpielAnsetzungsMonster.“ Das SAM wird seit der Saison 2015/16 zwei Mal im Jahr als Negativpreis an die Fanszene vergeben, die am meisten unter den fanunfreundlichen Anstoßzeiten leiden muss. Der Preis soll die Fanszenen zu noch mehr Engagement gegen diese unerträglichen Missstände motivieren und die Öffentlichkeit über die Problematik aufklären.

ProFans dokumentiert fortwährend, wie unerträglich viele Anstoßzeiten für die aktiven Fanszenen sind. „Wenn Fans mittwochs 584 km nach Bielefeld und an einem Montagabend 599 km nach Braunschweig fahren müssen, um ihre Mannschaft zu unterstützen, ist das fanfeindlich.“, so ProFans-Sprecherin Gloria Holborn und ergänzt: „Dank der unmöglichen Anstoßzeiten hatten die Freiburg-Fans 5mal Spiele an Wochentagen, die über 300 km entfernt waren.“ Auf den Plätzen Zwei und Drei im Ranking der Rückrunde 2015/16 landen die Fanszenen vom 1. FC Union Berlin und dem VfL Bochum. Mit Erzgebirge/Wismut Aue auf dem 5. Platz wird deutlich, dass die Problematik nicht nur für die 1. und 2. Bundesliga besteht.
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ProFans wird im Kampf um fangerechtere Anstoßzeiten nicht nachgeben und auch in der neuen Saison weiter kämpfen. Die Einführung von Montagsspielen in der Bundesliga und einer neuen Anstoßzeit am Sonntag um 19:30 Uhr zeigt, wie aktuell das Thema bleibt. Dazu ProFans-Sprecherin Ela Mateika: „Wir fordern die DFL auf, sich nicht weiter hinter Begründungen wie ‘Wunsch des TV-Partners’ oder ‘auf Wunsch der Polizei’ zu verstecken und endlich eine Kursänderung bei den Spielansetzungen einzulegen.“ Den aktiven Fans des Landes muss auch weiterhin die Möglichkeit gegeben werden, ohne zusätzliche Urlaubstage zu nehmen ihre Mannschaften zu unterstützen und lautstarke Stimmung in die Stadien zu bringen.

Der Fußball lebt durch seine FANS!

ProFans, im August 2016



Das bundesweite Bündnis ProFans ruft die aktiven Fußballfans des Landes dazu auf, gegen die nun beschlossene Einführung von Montagsspielen zu protestieren. Seit einigen Wochen ist die Einführung von regulären Montagsspielen in der 1. Bundesliga ab der Saison 2017/2018 beschlossene Sache. Im Zusammenhang mit der Ausschreibung der Vermarktungsrechte verwies die DFL in ihrer Argumentation erneut vor allem auf die Konkurrenzsituation mit anderen Ligen in Europa. Für ProFans ist diese Ausgangslage kein Grund, die Proteste einzustellen. „Wir werden uns dem Diktat des Marktes niemals beugen. Wir sind nicht naiv und verweigern uns der grundsätzlichen Realität des modernen Fußballs. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Fußball nur noch interessant sei, wenn er möglichst täglich im Fernsehen zu sehen ist.“, sagt ProFan-Sprecher Alex Schulz.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert wird am 12.04.2016 bei faz.net mit den Worten zitiert, dass er die „Befürchtungen der Fans“ ernst nehme, die „deutsche Fanszene“ allerdings aus „mehr als den mitreisenden Fans“ bestehe. ProFans-Sprecherin Gabriele Mateika kommentiert diese Aussage: „Es mag sein, dass die meisten Fußballfans in Deutschland die Spiele im Fernsehen schauen. Ohne stimmungsvolle Stadien und eine gewisse Brisanz bei den Partien wäre das Interesse allerdings schnell verschwunden. Ohne die aktiven Fanszenen des Landes würden auch keine TV-Fans existieren. Herr Seifert sollte das eigentlich am besten wissen.“

ProFans ruft alle Fans des Landes dazu auf, gegen Montagsspiele – egal in welcher Liga – zu protestieren. Viele Gruppen und Kurven kritisieren seit langem fanunfreundliche Anstoßzeiten und besonders Montagsspiele. Diese Proteste sollen nun ausgeweitet werden. „Jetzt erst recht! Wir rufen alle zur Solidarität mit den Gästefans auf!“, so ProFans-Sprecher Jakob Falk und betont: „2012 haben die Fanszenen schon einmal eindrucksvoll gezeigt, wie kraftvoll gemeinsamer Protest sein kann. Wir begrüßen ausdrücklich die Entscheidung der Cannstatter Kurve sowie der Bremer Ultràgruppen Infamous Youth und Caillera, das erste Montagsspiel am 2. Mai in Bremen zu boykottieren.“

Wie Fußballstadien an Montagen eigentlich aussehen sollen, zeigt eine Foto-Aktion verschiedener Fanszenen unter http://www.profans.de.

Für fangerechte Anstoßzeiten – gegen Montagsspiele!

ProFans im Mai 2016

Das Bündnis ProFans kritisiert die im Vorfeld der Begegnung SV Darmstadt 98 – SG Eintracht Frankfurt angekündigte Allgemeinverfügung aufs Schärfste und stellt die Rechtmäßigkeit dieser völlig überzogenen Maßnahme in Frage. Eine Allgemeinverfügung, welche die Rechte einer ganzen Fangemeinschaft im Kollektiv beschneidet, kann niemals im Sinne rechtsstaatlicher Prinzipien erlassen werden. Abgesehen davon, dass einzelne Aufenthaltsverbote ohnehin schon als fragwürdig betrachtet werden können, stellt diese erweiterte Form, eine ganze Gemeinschaft von Gästefans in ihrer Freiheit einzuschränken, eine neue Repressionsstufe dar. Es drängt sich hierbei der Eindruck auf, dass die Einschränkung der grundrechtlich geschützten Bewegungsfreiheit gar nicht eigenständigen Sicherheitserwägungen folgt, sondern in Wahrheit vielmehr das vom DFB verfolgte Prinzip der Kollektivbestrafung durchsetzen soll: Nach der Bestrafung des Deutschen Fußball-Bundes, wonach die Frankfurter Fans am Samstag bei ihrem Auswärtsspiel in Darmstadt den Gästeblock nicht betreten dürfen, berufen sich die Verfechter dieser Allgemeinverfügung auf genau dieses vom Verband gefällte zweifelhafte Urteil.

Nun dürfen Eintracht-Fans noch nicht einmal nach Darmstadt reisen bzw. sich in der Stadt aufhalten. Schon die bloße Durchfahrt mit einem Eisenbahnzug etwa von Heidelberg nach Frankfurt wird durch die Verfügung grundsätzlich untersagt. Sowohl die Definition des betroffenen Personenkreises als auch der möglichen Ausnahmen ist derart unscharf gehalten, dass sie willkürlichen Entscheidungen Tür und Tor öffnet. Es bleibt gar eine Frage der Auslegung, ob nicht auch die Spieler des Gastvereins unter das Aufenthaltsverbot fallen. Die Begründung der Allgemeinverfügung lässt außerdem vermuten, dass diese absichtlich und ohne sachlichen Grund derartig kurzfristig erlassen wurde, nur um zu verhindern, dass etwaige erfolgreiche Klagen dagegen noch vor dem Spieltag rechtswirksam werden können.

„Die Stadt Darmstadt sanktioniert mit der Verfügung eine Personengruppe von sechsstelliger Zahl, nicht nur ihrer freien Meinungsäußerung, sondern allein schon ihrer Gesinnung wegen, indem sie das Recht des Aufenthalts im Stadtgebiet davon abhängig macht, welchem Fußballverein man zuneigt. Dieser Eingriff in die grundgesetzlich geschützte Meinungsfreiheit ist skandalös“, kritisiert ProFans-Sprecher Sig Zelt. Bereits im Vorfeld des Gastspieles von Hertha BSC hatten die Darmstädter Behörden deutlich erkennen lassen, dass Gästefans – ohne Rücksicht auf ihr persönliches Verhalten – in der Stadt nicht willkommen sind. „Traurig,“ so Sig Zelt weiter, „dass DFB und DFL, obwohl sie sich öffentlich einer Willkommenskultur für Gästefans verschreiben, hier offenbar keinen Anlass sehen, sich auf die Seite der pauschal diskriminierten Fans zu stellen.“

„Wir haben den Eindruck, dass die Einschränkung von Bewegungsfreiheit den Behörden zunehmend als das probateste Mittel erscheint, um in ihren Augen für Ruhe und Ordnung zu sorgen“, bemerkt ProFans-Sprecherin Gabriele Mateika und verweist in dem Zusammenhang auf die zuletzt immer häufigeren Fälle, bei denen Gruppen von Fans wegen in die Länge gezogener Kontrollen deutlich später ins Stadion gelangten oder mit fadenscheinigen Begründungen zurückgeschickt wurden und das Spiel vor Ort nicht sehen konnten.

Angesichts dieser Entwicklungen wirken verbandsinterne Dialogangebote an die Fans oder von Politikern ausgerufene „Fußballgipfel“ wie pure Heuchelei. Dazu ProFans-Sprecher Nicolai Mäurer: „Aus welchem Grund sollten wir uns wieder mit den Verbänden oder gar den Behörden an einen Tisch setzen, wenn den Verantwortlichen nichts Besseres einfällt, als sich hinter der Ausrede von den Sachzwängen zu verschanzen und sie uns an jedem Spieltag mit neuen Repressionen in den Rücken fallen und versuchen, die Fans gegeneinander aufzuhetzen?“

ProFans im April 2016

Berlin, den 30. März 2016 – Rund einhundert aktive Fans, von Szenen der verschiedensten Fußballvereine der 1. bis 4. Spielklasse Deutschlands entsandt, sind am Karsamstag in Hannover zusammengekommen und haben mit Vereinsverantwortlichen aus dem ganzen Land über eine neue Form des Dialogs wie auch über inhaltliche Themen debattiert.

Nachdem der 2007 ins Leben gerufene Fandialog unter der Federführung des DFB über all die Jahre praktisch ergebnislos verlaufen war, hatten alle daran beteiligten Fanorganisationen im letzten Herbst jene Gespräche aufgekündigt. Mit dem neuerlichen Anlauf wollen die bundesweit tätigen Fanbündnisse ProFans und Unsere Kurve zeigen, dass ihnen an einem ergebnisorientierten Dialog mit Verantwortlichen des deutschen Fußballs sehr gelegen ist.

So ging es in Hannover darum, festzustellen, wo gemeinsame Interessen und Standpunkte im Spannungsfeld zwischen Fankultur und Vereinszielen liegen. Während etwa zur Frage der Kommerzialisierung des Fußballs durchaus unterschiedliche Ansprüche bestehen, herrschte weitestgehende Einigkeit darüber, dass der gesellschaftliche, aber auch der kommerzielle Wert der gelebten Fankultur für den deutschen Fußball weitaus höher ist, als ihr allem Anschein nach durch den DFB zugemessen wird.

Auch in der Frage zur Vorstellung eines gelungenen Spieltages konnten Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden. Darüber hinaus führte der gemeinsame Dialog zu mehr Verständnis für abweichende Positionen, die sich aus der jeweiligen Berufs- bzw. Fanrolle ergeben. Von Seiten der Fans war es ein Anliegen hervorzuheben, dass sie es als Fußballfans leid sind, vor allem auswärts, als Sicherheitsrisiko wahrgenommen zu werden, da diese Sicht alle Maßstäbe der Wirklichkeit verzerrt. An dieser Stelle spielte insbesondere das Thema Kollektivstrafen, verordnet durch den DFB, eine besondere Rolle. Kollektivstrafen, so der einhellige Tenor der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, widersprechen nicht nur rechtsstaatlichen Grundsätzen, sondern erfüllen ebenso wenig ihren Zweck. Die gängige Praxis des Verhängens von Kollektivstrafen durch das Sportgericht des DFB, nach tatsächlichem oder auch nur empfundenem Fehlverhalten einzelner Zuschauer, gehört daher dringend infrage gestellt.

Die den Kongress tragenden Fanorganisationen rufen zu einer gesellschaftlichen Debatte über diese bis dato gängige Praxis des DFB auf und fordern die Abschaffung von Kollektivstrafen, die Fans in Sippenhaft nehmen und Vereine für das Handeln Einzelner verantwortlich machen.

Fans wie auch Vereinsverantwortliche sind sich einig, den Austausch weiterführen und diese Plattform als festes Instrument des Dialogs etablieren zu wollen. Dazu ist bereits eine Nachfolgeveranstaltung im Herbst dieses Jahres ins Auge gefasst.

ProFans und Unsere Kurve, 30. 3. 2016

Seit seiner Gründung kritisiert das Fanbündnis ProFans die Anwendung von Stadionverboten und fordert die Unschuldsvermutung für Fans wie auch für Funktionäre. Ein besonders schillernder Fall der Ungleichbehandlung durch Vereine und Verbände zeigt sich an den Ermittlungsverfahren gegen die Herren Niersbach, Zwanziger und Schmidt wegen Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall.

Alle Vereine und die Verbände haben sich in den „Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten“ auf gemeinsame Grundsätze zur Vergabe von Stadionverboten geeinigt. Fans kritisieren insbesondere die verpflichtende Verhängung von Stadionverboten auf Grund eines aufgenommenen Ermittlungsverfahrens. Bei vielen Fans stellt sich im Laufe der Ermittlungsverfahren heraus, dass ihnen keine Schuld nachgewiesen werden kann oder die Betroffenen sogar unschuldig sind. „Dennoch müssen die meisten Fans in diesem Zeitraum auf Grund des verhängten Stadionverbots mit erheblichen Einschränkungen ihrer freien Lebensgestaltung leben“, fasst ProFans-Sprecher Jonas Negenborn zusammen.

Immer wieder muss dabei festgestellt werden, dass die Verbände und Vereine mit unterschiedlichen Maß messen. Das aktuelleste Beispiel datiert vom 3. November 2015 – an diesem Tag verkündete die Frankfurter Staatsanwaltschaft die Aufnahme von Ermittlungsverfahren gegen Wolfgang Niersbach, Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt auf Grund des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall.

Die „Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten“ sagen unter $4(3)15:
Ein überörtliches Stadionverbot (§ 1 Abs. 5) soll ausgesprochen werden bei eingeleiteten Ermittlungs- oder sonstigen Verfahren, insbesondere in folgenden Fällen (schwerer Fall):
[…]
15. Sonstige schwere Straftaten im Zusammenhang mit Fußballveranstaltungen.

Eine Steuerverkürzung in einem besonders schweren Fall ist dem Strafmaß nach als schwere Straftat zu werten. Das Strafmaß bei einer Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall beläuft sich auf 6 Monate bis 10 Jahre und ist damit höher als bei zahlreichen Tatvorwürfen, für die Fußballfans Stadionverbote erhalten haben. Sollten die Vorwürfe tatsächlich zutreffen, steht es für ProFans und die angeschlossenen Gruppen außer Frage, dass diese Straftat in einem direkten Zusammenhang mit einer Fußballveranstaltung stattfand.

„Grundsätzlich lehnt ProFans Stadionverbote ab und wir begrüßen es, dass für die beschuldigten Herren auch öffentlich die Unschuldsvermutung greift“, bewertet ProFans-Sprecher Nicolai Mäurer den Vorgang. „Nur müssen dann die Vereine und Verbände so konsequent sein und dies für alle Betroffenen gelten lassen. Was zur Zeit passiert, ist eine schreiende Ungerechtigkeit.“

Daher fordert ProFans die Aufhebung aller auf Grund von laufenden Ermittlungsverfahren zur Zeit noch gültigen Stadionverbote, sowie die Aufhebung aller Stadionverbote, die noch in Kraft sind, obwohl das Verfahren nach § 153 StPO eingestellt wurde. Auch in den letzteren Fällen ist die Schuld der Betroffenen nicht erwiesen. „Wir fordern daher: Stadionverbote und ihre bisherige Vergabepraxis gehören abgeschafft – für alle!“ betont ProFans-Sprecherin Ela Mateika.

ProFans im Januar 2016